Jugendhandball in Balingen und Weilstetten
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JSG bekommt neue Führungsspitze

foto: joachim wolfer. Bernd Maute, Jutta Wahl und Dr. Jörn König legen Ihr Amt nieder.

Dr. Jörn König und Jutta Wahl geben den JSG-Vorstand in neue Hände, Bernd Maute bekommt als Kassenwart einen neuen Nachfolger.


Die A-Jugend der JSG Balingen-Weilstetten hat in diesem Jahr die süddeutsche Meisterschaft gewonnen und ist ins Final Four um den deutschen Titel eingezogen. Ihre Karriere setzen die Spieler nun bei den Aktiven fort.

Diese Zäsur bei ihren Söhnen, Torhüter Moritz König und Regisseur Christian Wahl, nehmen auch die JSG-Vorsitzenden Dr. Jörn König und Jutta Wahl zum Anlass, ihre Ämter zum 1. Juli 2010  abzugeben. Leicht fällt den beiden der Abschied nicht. „Die JSG ist schließlich unser Baby“, sagt Wahl. Aber weil ihre Kinder jetzt eben der Jugend entwachsen seien, müssten sie nach neun Jahren Platz machen für eine neue Doppelspitze, fügt König hinzu: „Es ist wichtig, dass Eltern vorne stehen, deren Kinder in der Jugend spielen.“

Als König und Wahl im März 2001 die Verantwortung bei der neu gegründeten JSG Balingen-Weilstetten übernahmen, hatten sie selbstverständlich mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Die beiden Trägervereine TSG Balingen und TV Weilstetten waren sich schließlich nicht immer grün. „Wir wussten genau, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir die Vereinsbrille ablegen“, erklärt Wahl, die dem TSG-Milieu entstammt. Sie sei unheimlich stolz darauf, dass es sehr schnell gelungen sei, alle Zweifel an der Zusammenarbeit zu beseitigen. Mehr noch: „Wir haben als Katalysator gewirkt“, behauptet der ehemalige Weilstetter Rückraumspieler: „Als gut funktionierende Doppelspitze haben wir bei der JSG Strukturen geschaffen, die Vorbild waren für die Fusion der beiden Vereine zum HBW.“

Dass der Aufbau der Jugendspielgemeinschaft ohne viele weitere ehrenamtliche Helfer nicht funktioniert hätte, liegt auf der Hand. Das zarte Pflänzchen JSG wuchs und gedieh, immer mehr Aufgaben gab es in organisatorischer und sportlicher Hinsicht zu bewältigen, die auf verschiedene Schultern verteilt wurden. „Wenn ich sehe, wie viele Kinder in der Halle herumrennen, ist das ein Glücksgefühl“, beteuert Jutta Wahl. Deren Anzahl habe sich mittlerweile verdreifacht, mehr als 300 Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts würden in 18 Teams von 47 Trainern betreut, von denen die meisten eine Lizenz in der Tasche hätten.

„Die JSG ist zu einem kleinen Unternehmen geworden“, ergänzt André Doster, der vor fünf Jahren als sportlicher Leiter auf Honorarbasis angestellt wurde und bei dem viele Fäden zusammenlaufen. Die Aufgabe der JSG charakterisiert er so: „Wir schaffen das richtige Umfeld für Leistungshandball, üben aber auch den Spagat zwischen Leistungs- und Freizeitsport.“ Dass diese Bemühungen Früchte tragen würden, sei in mehrfacher Hinsicht zu erkennen. Zum einen sei die Zahl der Kinder und Jugendlichen kontinuierlich gestiegen, zum anderen würden sich diese so wohl fühlen, dass sie auch als Aktive den Stammvereinen verbunden blieben und sich in der JSG als Trainer oder in einer anderen Funktion engagierten. Vor allem aber seien sportliche Erfolge das Ergebnis der beharrlichen Arbeit: Ein Großteil der ersten Mannschaften pro Altersklasse gehöre der jeweils höchsten Spielklasse an, immer wieder würden Talente den Sprung in die Landesauswahl des württembergischen Handballverbands und sogar in die Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft schaffen. Dem Erstligisten HBW werde frisches Blut zugeführt, einige A-Jugendliche gehörten schon jetzt zu den Stützen des HBW-Regionalligateams und des Landesligisten TV Weilstetten.

„Erfolge in diesem Ausmaß konnten wir nicht erwarten, als wir begonnen haben“, lautet Königs positives Fazit zu neun „an Höhepunkten reichen“ Jahren, von denen 2008 die Ausrichtung des B-Jugend-Länderpokals in Balingen das absolute Highlight gewesen sei. Zumal dieser mit dem Sieg der HVW-Auswahl mit vier JSG-Spielern geendet habe. Einzig im Schiedsrichterwesen gebe es noch Nachholbedarf, „aber wir müssen unseren Nachfolgern ja auch noch etwas Arbeit hinterlassen“, schmunzelt Wahl.

Thomas Bodmer und Ina Single tretten nachfolge an:

Die Geschicke der JSG leiten künftig Thomas Bodmer als erster Vorsitzender und Ina Single als Stellvertreterin. Beide haben Handball spielende Kinder. Außerdem wechselt die Kassenführung aus den Händen von Bernd Maute in die von Frank Daniel. Zudem gibt es mit Ablauf des Geschäftsjahres zum 30. Juni einige strukturelle Veränderungen: Neu ist der Posten eines Veranstaltungsmanagers, den Peter Kaunz übernimmt. Und Doster bekommt Unterstützung in Person von Gunnar Kübler und Heiko Ewert, die als sportliche Leiter für die männlichen und weiblichen Teams ab der C-Jugend zuständig sind. Dieselbe Funktion erfüllt für die noch jüngeren Nachwuchs-Handballer von den Minis bis zur D-Jugend die dritte JSG-Vorsitzende Manuela Exner. Verantwortlich für den Bereich Spieltechnik bleibt weiterhin Dietmar Herrmann und auch in Sachen Catering gibt es keine Veränderungen: Jochen und Felicitas Leeb sorgen mit ihren Helfern dafür, dass keine Kehle trocken und kein Magen leer bleibt.

Dass die neuen Vorstandsmitglieder die Arbeit der alten auf gleichem Niveau fortsetzen, ist Dosters volle Überzeugung, „auch wenn sie in große Fußstapfen treten“.