Kooperation macht Schule
Verbandstag der Jugend: Spielgemeinschaften sollen Lücken schließen
Balingen, 21.03.2011 von Michael Schneider Zollernalbkurier
Auf dem HVW-Jugendtag verabschiedeten die Funktionäre am Samstag ihr Konzept für die nächste Legislaturperiode. Die Förderung des Handball-Nachwuchs soll dabei nochmals optimiert werden.
69 Funktionsträger aller HVW-Bezirke waren am Samstag der Einladung von Renatus Dierberger, dem Vizepräsident der Jugend des württembergischen Landesverbands, nach Balingen gefolgt – nahezu alle stimmberechtigten Delegierten fanden sich im Pavillon der SparkassenArena zum Verbandsjugendtag ein. Nur alle vier Jahre steht diese Veranstaltung an, als Gastgeber fungierte diesmal die JSG Balingen-Weilstetten. Die HVW-Tagung war der Startschuss zum zehnjährigen Bestehen der Jugendspielgemeinschaft aus der Kreisstadt. Auf der Agenda standen am Samstag in erster Linie Neuwahlen, sowie der Rechenschaftsbericht und die Auswahl der künftigen Projekte.
Als einer der Ersten trat Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann ans Rednerpult. Schon am Freitag hatte die Stadt Balingen die Delegierten zu einem Empfang in die Zehntscheuer geladen, überhaupt verbindet den OB und die JSG eine ganz besondere Beziehung. „Wir stoßen an den Schreibtischen der Stadt immer auf offene Ohren“, erläutert Thomas Bodmer. Der JSG-Vorstand ergänzt: „Das Rathaus lebt sein eigenes Ziel von einer Sport- und Kulturstadt mit jedem Atemzug. Es engagiert sich sehr stark im Jugendbereich, was auch uns in der Hallenbelegung und bei der Unterstützung in der Ausrichtung von Veranstaltungen entgegenkommt.“ Dies sei in vielen anderen Kommunen nicht selbstverständlich“, bedankte sich Bodmer.
Nach Reitemann richtete Württembergs Sportjugend-Vorstand Andreas Schmid einen Appell an die versammelten Funktionäre. Er warb für einen sauberen Sport, für eine Alkohol-, Drogen- und Doping-Prävention sowie eine verstärkte Wahrnehmung der Vorbildfunktion. So spielt der HVW mit dem Gedanken, bei Jugendspieltagen künftig Alkoholausschank zu untersagen. „Eine sinnvolle Maßnahme“, meint auch Bodmer.
Mahnende Worte fand hingegen der Vorstand des Handball-Bezirks Neckar-Zollern, Harald Grathwohl. Zwar seien die Leistung und die Entwicklung im Bezirk äußerst positiv, dass der Posten des Jugendausschussleiters aber nach wie vor nicht besetzt werden könne, bezeichnete er hingegen beschämend.
Mit einem Blick in die Zukunft hoben die HVW-Delegierten die gastgebende JSG Balingen-Weilstetten als Vorbild auf den Schild. Vor nunmehr zehn Jahren war es in manchen Altersgruppen nur durch die Kooperation des TV Weilstetten und der TSG Balingen Handball möglich, eine gemeinsame Mannschaft für den Spielbetrieb zu melden. Mittlerweile stellen die Eyachstädter eine der erfolgreichsten Jugendspielgemeinschaften in ganz Baden-Württemberg. Diese Kooperation soll Schule machen. „Die Teilnehmer waren sich einig, dass es anders kaum noch funktioniert“, sagt Bodmer: „Um Jugendhandball in der Breite als auch in der Spitze zu betreiben, müssen Spielgemeinschaften geschlossen werden. Nur so lassen sich Energien bündeln.“
Die Funktionäre schreiben sich dabei auf die Fahne, den Nachwuchs zielgerichtet zu fördern und die Qualität bei Trainern und Betreuern durch gezielte Weiterbildung zu optimieren. Überhaupt gingen die Delegierten optimistisch und mit einer großen Portion Enthusiasmus auseinander. „Es gab keinerlei kontroverse Diskussionen“, so Bodmer. „In den entscheidenden Punkten waren alle einer Meinung“, staunte der JSG-Vorstand über das gute Klima.
HVW will Qualifizierung der Nachwuchstrainer verbessern
Für das Länderspiel der DHB-Junioren am Mittwoch gegen Ungarn (19.30 Uhr) sind noch Karten verfügbar. Die Tickets können bei der HBW-Geschäftsstelle, der Geschäftsstelle des ZOLLERN-ALB-KURIER sowie an der Abendkasse bezogen werden. „Der Vorverkauf lief bislang gut“, freut sich JSG-Vorstand Thomas Bodmer: „Wir würden dem Nachwuchs gern eine große Kulisse bieten.“
Für die nächste Legislaturperiode haben sich die Delegierten beim HVW-Jugendtag drei wegweisende Projekte auf die Fahne geschrieben. Künftig stehen die Kooperation zwischen Vereinen und Schulen, die Qualifizierung der Jugendtrainer sowie die Mitgliedergewinnung in Zeiten des Demografiewandels auf der Agenda ganz oben. Insgesamt standen sechs Projekte zur Wahl.
Mit der Ausrichtung des Jugendverbandtages hat sich die JSG Balingen-Weilstetten für höhere Aufgaben empfohlen. HVW-Vizepräsident Jugend, Renatus Dierberger, lobte die guten Erfahrungen mit der Jugendspielgemeinschaft. Schon vor dem Wochenende standen die Balinger in der Gunst der Funktionäre weit oben. 2008 waren sie Ausrichter des Deutschen Jugend-Länderpokals.